Die Tochter der Tryll

Es gibt Bücher, an denen komme ich als Buchbloggerin oder auch generell als Leserin

Amanda-hocking
Amanda Hocking

nicht vorbei. Wenn Bücher so bekannt und von der Lese-Community gehyped werden, muss ich doch zumindest einen Blick darauf werfen.
Und dann kommt ein Beitrag wie dieser dabei heraus. Denn hier ist sie: Meine Sammelrezension der dreibändigen Reihe Die Tochter der Tryll von Amanda Hocking, der momentan erfolgreichsten Self-Publisherin der Welt.

Wer sich gerade fragt Was ist eigentlich Selfpublishing?, dem will ich eine kurze Erklärung einfügen:
Als Selfpublisher verlegt man, wie das Wort schon sagt, seine Bücher selber. Es gibt keinen Verlag im Hintergrund, was bedeutet, dass fast alle Einnahmen des Werks auch wirklich an den Autoren/ die Autorin gehen.
Auf der anderen Seite muss das Buch aber nie von einem Lektoren gesehen worden sein. Das bedeutet, dass auch ein Rohtext ohne Überarbeitung veröffentlich werden kann. Man kann also als Leser bei den Selfpublishern ganz viel Pech haben und immer nur nach den schlecht geschriebenen greifen.
Natürlich gibt es dabei aber glücklicherweise noch die Leserbewertung. Wenn zum Beispiel ein Buch bei Amazon veröffentlicht wird, kann man direkt mit Sternen oder Text bewerten, wie man es fand und auch auf vorige Leserstimmen zurückgreifen.

Das aber nur als kurze Information am Rande… Weiter geht es mit der Bücherrezension:

Um euch an dieser Stelle nicht zu viel von allen Büchern vorwegzunehmen, füge ich euch hier nur den Klappentext des ersten Bandes Verborgen ein:

Verborgen – in einer anderen Welt

Wendy Everly war sechs Jahre alt, als ihre Mutter versuchte, sie umzubringen: Sie sei ein Monster. Elf Jahre später ahnt Wendy, dass ihre Mutter vielleicht Recht hatte.
Denn Finn sucht sie auf, ein Gesandter der Tryll – Wesen voller Magie, die in ihrem Äußeren den Menschen gleichen, aber nach eigenen Gesetzen leben. Wendy selbst ist eine Tryll und nicht nur irgendeine.
Sie ist die Tochter der mächtigen Königin Elora … „

Zunächst klang der Klappentext für mich sehr spannend und so begann ich das erste Buch zu lesen.
Doch nach wenigen Seiten fiel schon auf, dass im Klappentext viel zu viel von der Geschichte verraten wird. Das ist übrigens bei den beiden folgenden Teilen genauso. So beschreiben die ersten 100 Seiten des Buches genau das, was hinten draufsteht, was für mich als Leserin unglaublich langweilig war.
Daneben fiel es mir wirklich sehr schwer, die Protagonistin Wendy zu verstehen. Sie lernt den seltsamen Jungen Finn kennen und findet ihn relativ schnell sympathisch und verliebt sich dann in ihn. Dabei gibt er ihr eigentlich überhaupt keinen Grund dazu… Er ist zwar fast die ganze Zeit freundlich zu ihr, aber dann ist er plötzlich grob und unhöflich. Sie tut dann so, als würde sie ihm das übel nehmen, redet sich aber kurz darauf ein, dass er eigentlich nichts dafür kann.
Nebenbei verhält sie sich auch oft wie ein kleines Kind, dass einfach nur bockig ist und nicht verstehen will, wenn ihr etwas erklärt wird. So ist sie sehr unhöflich zu ihrer richtigen Mutter, die zugegebenermaßen auch nicht so begeistert von ihr ist, aber sich zumindest erwachsen und vernünftig verhält.
Und diese Sache zieht sich fast über die ganzen Bücher. Vielleicht liegt es an meinem Alter und daran, dass ich nicht mehr selbst 17 bin, aber Wendy hat mich mit ihrer Art immer wieder ganz schön auf die Palme gebracht.

Daneben hat Amanda Hocking aber größtenteils sehr angenehme Charaktere erschaffen. So fand ich Wendys Bruder Matt, der übrigens ein Mensch ist, sehr sympathisch und seine Reaktionen auf die Gesamtsituation sind fast immer verständlich.
Außerdem mochte ich das Tryll-Mädchen Willa sehr gerne. Sie bringt immer wieder frischen Wind in die Geschichte, was auch übertragen gemeint ist, denn sie kann den Wind kontrollieren und wird zu einer guten Freundin von Wendy.
Wer sich aber auch sehr schnell in mein Leserinnenherz stehlen konnte, war der junge Tryll Tove. Er scheint manchmal etwas verwirrt, ist aber doch sehr intelligent und bringt Wendy oft wieder zur Vernunft, wenn sie wieder einmal ihre oben genannten Phasen durchlebt. Außerdem kommt Tove durchgehend in allen drei Büchern vor, sodass man sich immer auf ihn verlassen kann.

Eine der anderen Figuren konnte mich aber auch nicht überzeugen. So taucht im Laufe der Geschichte ein Charakter auf, der sich als der Böse herausstellt. Hierbei verrate ich erstmal keinen Namen. Dazu kann ich aber sagen, dass mich bei dieser Figur sehr gestört hat, dass die Motive doch sehr einfach waren. Dieser Charakter hat nur Macht im Sinn und freut sich darüber, anderen Schaden zuzufügen. Dies hat mich doch sehr enttäuscht, da ich mich an Geschichten für Kinder erinnert fühlte, in denen es klare Unterschiede zwischen Gut und Böse gibt und niemand beides sein kann…

Insgesamt halten die Bücher aber neben den Figuren, die sich im Laufe der Geschichte stark weiterentwickeln auch einige Wendungen bereit, die ich so nicht ganz erwartet hätte. Das hat mir wirklich gut gefallen.

Leider war mir auch das Ende des letzten Buchs viel zu ausführlich geschrieben. So erfährt man als Leser noch einiges mehr nach der eigentlichen Haupthandlung und wie die verbliebenen Charaktere nun weiterleben. Das mag für den einen oder anderen wirklich interessant sein, mich hat es aber eher gelangweilt. Ständig dachte ich: Nett, aber so langsam kann das Buch jetzt auch mal enden…

Insgesamt konnten mich die Bücher aber, bis auf die Protagonistin und einige Stellen überzeugen. Dauernd wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht und wie sich das ganze Dilemma, das sich im Laufe der Geschichte aufbaut, auflösen wird.

drei-sterne

„>>Ich bin doch überhaupt nicht einschüchternd.<<
>>Hm.<< Er sah plötzlich sehr konzentriert aus. >>Für die meisten vielleicht nicht. Aber die sehen nicht, was ich sehe und wissen nicht, was ich weiß.<<
>>Was weißt du denn?<<, fragte ich sanft. Sein Geständnis hatte mich überrascht.
>>Haben Sie es dir nicht gesagt?<< Tove musterte mich wieder.
>>Mir was gesagt?<<
>>Nun, wenn sie es dir nicht gesagt haben, werde ich es mit Sicherheit nicht tun.<<

(Verborgen, S. 227-228)


Hier sind nochmal die drei Bände, die bei cbt erschienen sind, aufgelistet:

Band 1: Verborgen
302 Seiten
ISBN 978-3-570-16144-9

Band 2: Entzweit
346 Seiten
ISBN 978-3-570-16145-6

Band 3: Vereint
349 Seiten
ISBN 978-3-570-16146-3


oie_transparent

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s